Von 100 auf null (2)

Ja, so ging das etwa bei mir.

Ich behauptete immer, dass ich nicht süchtig nach der Zigarette sei und diese zu meinem Genuss brauche. Ich fing mit 17 Jahren zu rauchen an und das mit „Alpenluft“, also sehr schwachen Zigaretten. Einige Jahre später war ich dann schon bei den roten Cowboys und blieb bei denen. Ich habe die Marke nie gewechselt. Immer musste ich eine Stange Zigaretten in Reserve haben und ja, ich behauptete weiterhin, dass ich nicht süchtig war.

Aber bei jedem Ärger, bei jedem Frust und aus Langeweile „brauchte“ ich eine Zigi. Der Verbrauch stieg stetig bis ich bei ca. 25 Stück am Tag war und im Ausgang waren es dann schon mal mehr.

Gesundheitlich hatte ich keine Probleme, außer dass ich schneller außer Atem gekommen bin und ab und an den bekannten Husten.
Da ich nicht in der Wohnung rauchte, war es nicht so, dass alles nach der Zigarette roch. Doch am Abend rochen meine Kleider trotzdem von der Zigi und so langsam störte mich das.

Aber da ich ja nicht süchtig war, konnte ich doch einfach aufhören. Nein, das ging nicht, denn weder der Ärger, noch Frust hörten einfach auf. So rauchte ich weiter und dachte mir nicht viel dabei.

Dann entschloss ich mich, mich in einem Fitnessstudio anzumelden.
Immer nach dem Training, auf dem Nachhauseweg „musste“ ich eine Zigi rauchen. Erst da gestand ich mir ein, dass ich süchtig war. Ich fand es außerdem ziemlich blöde, nach einem Training von mehr als einer Stunde, sich eine Zigi anzuzünden. Ich sagte mir, dass ich doch ziemlich süchtig und dumm war. Auch der Gestank in den Kleidern störte mich, je länger je mehr und da war der Punkt gekommen, wo ich mir eingestand, dass ich süchtig war. Es war aber auch der Punkt, und zwar am 29.04.2012, wo ich mir sagte, ich rauche nicht mehr.

Am 30.04.2012 stellte ich fest, dass es recht gut ging, ohne die Zigarette, aber dass mir enorm was fehlt im Handling. Ich hatte immer was in der Hand.
So ergab es sich, dass ich eine Freinacht machte und im Internet stöberte, was die bekannten Präparate betrifft, von Nikotinpflaster bis Kaugummi und Inhalator. Das überzeugte mich aber nicht. Am gleichen Tag musste ich noch meinen Getränkevorrat aufbessern und beim Hinfahren sah ich den Dampferladen!
Also, statt Getränke kaufen, ging ich in den Laden. Ich wurde sehr gut beraten und ging mit einer eGo-C und Liquids ohne Nikotin wieder nach Hause. Seither dampfe ich. Die Liquids mit Nikotin besorge ich mir im Ausland, da es in der Schweiz keine Liquids mit Nikotin zu kaufen gibt.

Es dauerte einige Monate, bis ich dann zu den Akkuträgern wechselte. Geraucht hatte ich ca. 4 Monate nicht mehr und dann während zwei Monaten immer drei Stück im Tag. Ich meinte, dass dies nicht so schlimm ist und ich jederzeit keine Zigaretten mehr rauchen könnte. Als ich mit der Zigi nach dem Training wieder angefangen habe, da wusste ich, dass es so bei mir nicht funktionieren kann und hörte auf zu rauchen.

Ja, das tönt nun alles einfach, war es aber nicht. Die Kopfsache war härter, als ich gedacht hatte. Aber die Dampfe hat mir geholfen. Ja, und ich habe ein schönes Hobby gefunden und tolle Menschen kennen- und schätzen gelernt.

Wenn die TPD2 Art. 20 in Kraft tritt, dann ist es so, dass ich genügen Material haben werde, um weiter zu dampfen. Für wie lange? Das weiß ich nicht.
Wenn eine verschärfte Version der TPD 2 (wie z. B. In Australien) in Kraft tritt, denn werde ich Zuhause dampfen und auswärts? Ja, so blöde es scheinen mag, ev. wieder die eine und andere Zigarette rauchen.

Was die Raucher dann machen werden, wenn sie die Möglichkeit nicht mehr haben werden, auf die Dampfe auszuweichen? Wohl weiter rauchen, in dem ihnen noch enger gesteckten Rahmen, wie es die TPD2 vorsieht und will. Denn die TPD2 reguliert im Art.20 das Dampfen, in der ganzen Gesetzgebung wird das Rauchen reguliert, und zwar so, dass jeder Raucher seine Freiheit verlieren wird und wegen Art. 20 keine Chance mehr haben wird, auf das Dampfen umzusteigen.

Vita Porfido, Schweiz