Vom Joggen und Rauchen zum Dampfen und Laufen (144)

Hallo liebe Dampfer,

ich möchte mich einreihen in die Gemeinde und deshalb hier kurz vorstellen. Ich bin weiblich, fast 50 und seit über 30 Jahren Raucherin. Während um mich herum das Rauchen gesellschaftlich, politisch und sozial geächtet wird, blieb ich tapfer auf meiner Raucherinsel. Kollegen und Familienmitglieder hatten nach und nach abgeschworen, nur mein innerer Schweinehund sagte „du bist zu schwach, du schaffst das nicht“.

Mein Zahnarzt meckerte, mein Konto maulte, mein Sohn wies mich auf mein stetes Räuspern hin und meine Kondition beim Joggen war zwar muskelmäßig in Ordnung, aber das Pfeifen der Bronchien ab Kilometer fünf ließ Passanten schon meterweit vor mir von der Strecke springen, weil ich hörbar kurzatmig heranschnaufte und jeder befürchten musste, Ersthelfer bei meinem Infarkt zu sein.

Einige Jahre (!!) stöberte ich immer mal wieder auf Seiten, die sich mit der E-Zigarette (blödes Wort, ich weiß) beschäftigten. Ehrlich gesagt, störte mich weniger der hohe Anschaffungspreis als die Bedienanfälligkeit des Equipments. Dazu kam, dass ich auf Foren und Seiten wie Eurer quer gelesen, nur Bahnhof verstand. Es ist wie ein Fremdsprache: Liquid mit PG/VG;  Cartomizer , Clearomizer, Aerotank/Protank, Single Coils/Dual Coils,  von den vielen Dampfgerätemarken- und Sorten ganz zu schweigen. Das kann eine technisch völlig talentfreie Frau ganz schön abschrecken und so schob ich das Thema immer wieder auf.

Ausschlaggebend war letztendlich ein Umzug meiner Dienststelle in einen Bürokomplex mit winzig kleinen Arbeitskammern, ohne Balkone im dritten Stock. Mir ist das echt zu doof für jede Zigarette vor die Tür zu gehen und mich als arbeitsscheue Exotin begaffen zu lassen. Es konnte nur eine Lösung geben und vor knapp zwei Jahren hab ich endlich das Dampfen für mich entdeckt.

Mönsch, warum hat mir niemand gesagt, dass es sooo einfach ist? Mit einem 6er Nikotin und allerlei Aroma-Mixturen bin ich am Rezepte mischen. DIE Dampfe hab ich vielleicht noch nicht gefunden, aber selbst wattieren und wickeln sind für mich keine böhmischen Dörfer mehr. Darüber bin ich total glücklich und tausche Rauchgewohnheiten gegen Genußdampfen. Das Beste ist aber mein wöchentlicher 20 Kilometerlauf ohne Gehpause und Lungenrasseln.

Einziger Wermutstropfen ist die aktuelle politische Diskussion um die Regulierung, ja fast schon Verbote, der Dampfe. An den Verbraucher wird dabei nicht gedacht und gewollt oder nicht, bewusst polarisiert und somit viele Raucher davon abgehalten auf die wesentlich gesündere Alternative umzusteigen.

 

Gemiko