Ooops, ich hab ja aufgehört! (157)

Jeder Raucher kennt diesen Teufelskreis. Man weiß, das Rauchen schädlich ist und eigentlich möchte man lieber heute als morgen damit aufhören. Doch man tut es nicht, stattdessen ärgert man sich über jeden Heiermann der wortlos im Zigarettenautomat verschwindet. Die Vernunft sagt hör auf damit viel Geld auszugeben um dich letztendlich damit ins Grab zu bringen. Doch die Sucht war auch bei mir stärker, alle Versuche das Rauchen einzustellen scheiterten kläglich.

Im November 2011 erfolgte der erste Kontakt mit diesem neuen Gerät welches mein Raucherdasein plötzlich und unerwartet ein Ende setzte. Ein Arbeitskollege lief damals mit so einem komischen Utensil  herum, kaum größer als ein Kugelschreiber. Immer wenn er das Gerät zum Mund führte, leuchtete ein kleines, geheimnisvolles, blaues Licht auf und besagter Kollege blies kleine Wölkchen in die Luft. Das hat mich neugierig gemacht und so folgte eine etwa einstündige Einführung in die Welt des Dampfens. Mehr noch, ich durfte sogar sein Ersatzgerät ausgiebig testen.

Mit jedem Zug an diesem neuen Dampfgerät wurde mein Grinsen größer. Wie cool ist das denn, den ganzen Tag gedampft und keine Zigarette geraucht. Ja wirklich, an diesem Tag habe ich mit dem Rauchen aufgehört. Es gab keine berühmte letzte Zigarette, ich weiß noch nicht einmal wo und wann ich die Letzte geraucht habe. Die Schachtel Marlboro landete im WZ-Schrank, wo sie vier Jahre lang als „Rückfallebene“ ihr Dasein fristete. Irgendwann hab ich sie dann in den Müll geworfen.

Es hat sich seitdem vieles verändert. Die morgentlichen Hustensanfälle sind verschwunden, die Wohnung erstrahlt in Alpinaweiß und nicht Nikotingelb. Den Geruch „kalter Aschenbecher am Morgen“ gibt es nicht mehr und auch im Auto überwiegt die frische Luft.

Ich habe mich umfassend mit dem Thema Dampfen beschäftigt, mich in einem Dampferforum angemeldet und viele Informationen gesammelt.

Ich war zu Anfang der festen Überzeugung, dieses neuartige Gerät wird weltweit einen Siegeszug antreten und viele Raucher aus ihrer Suchterkrankung helfen. Die Zahl der Lungenkrebstoten wird signifikant sinken und die E-Dampfe als Heilsbringer gefeiert werden. Nun, da war ich wohl ein wenig naiv – es geschah genau das Gegenteil. Die E-Dampfe wurde wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf getrieben, dubiose Studien tauchten auf, Mediziner warnten und ach ja, die lieben, armen Kinder durften auch nicht fehlen. Offensichtlich hatte die Pharma- und Tabakindustrie mit der E-Dampfe eine große Gefahr für ihre Umsätze erkannt und zum Angriff geblasen. Und da sich unsere Damen und Herren Volkserzieher sehr gerne den Bauch von Lobbyisten pinseln lassen entstand eine Regulierung, die nicht dem Wohl der Bürger dient, sondern die Pfründe der Wirtschaft sichert.

Es hat sich in den letzten Jahren vieles geändert, heute gibt es eine sehr große Auswahl an Dampfgeräten,  Neueinsteigen stehen bessere Geräte zur Verfügung als jene mit welchen ich damals den Rauchstopp schaffte. Ja, das Dampfen ist teurer geworden und viele unsinnige Regularien machen Dampfern und Händler das Leben unnötig schwerer, trotzdem ist der Umstieg auf Dampfen weiterhin problemlos möglich. Ich kann nur jedem Raucher empfehlen einen Dampfversuch zu starten. Glauben sie nicht allen Unsinn, der in den Medien verbreitet wird, machen sie sich selbst ein Bild. Viele wichtige Informationen finden sie u.a. auch auf dieser Seite. Mittlerweile findet sich in nahezu jeder größeren Stadt ein Dampfershop, lassen sie sich beraten und legen sie los.

 

Mit dampfendem Gruß

 

Dirk W.