Ich habe aufgehört zu Rauchen (6)

Seit meiner frühesten Jugend habe ich geraucht. Mindestens ein Päckchen Zigaretten pro Tag. Vor ein paar Jahren starb mein geliebter Mann an einem Krebs an der Lungen-Pleura. Auch er war Raucher. Wir waren unzertrennlich bis zu seinem schrecklichen Tod.

Nachdem ich mich drei Jahre später wieder einmal zu einem Lächeln durchringen konnte und mich wieder in die Gesellschaft wagte, entschied ich mich, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich habe Nikotinpflaster, Kaugummis, Lutschtabletten mit Nikotin genommen, doch, hatte ich schlaflose Nächte. Ich hielt ca. einen Monat durch, bis ich mich wieder an einem Glimm-Stängel entspannen wollte und somit wieder angefangen hatte zu Rauchen. Es war alles ohne Erfolg.

Auf der Terrasse sitzend, eine Tasse Tee oder Kaffee, träumen, entspannen und über mein Leben sinnieren, herrlich, bei einer Zigarette! Nein, das lasse ich mir nicht nehmen! Dieses Ritual tut mir gut.

Mit Freunden zu diskutieren, persönlich oder am Telefon mit einer Zigarette dazu, nein, das nimmt mir niemand weg.

An der Buchhaltung zu sitzen, Hirnen, Zahlen hin- und herschieben mit einer Zigarette in der Hand, das gehört mir alleine und das nimmt mir niemand.

Spazieren, die Natur bewundern, mich nach vielen traurigen Jahren wiedermal so richtig zu Freuen in Gedanken bei meinem Liebsten, nein, das nimmt mir niemand.

Zu jeder Pause, gehörte eine Zigarette. Klar!

Seit mehreren Jahren bin ich in Behandlung wegen chronischen Stimmbandproblemen und Entzündungen im Rachen. Begleitet mit einem schrecklichen Husten. Nach Möglichkeit habe ich mich zurückgezogen, damit niemand mich Husten hört.

Im November 2014 war ich wiedermal bei einer Ärztin, welche mir u.a. ein paar Übungen zeigte, um den Kehlkopf, Kiefer und Rachen zu entspannen. Stimmtherapie hatte ich bereits vorher für meinen Redeberuf. Sie hörte mich husten und sagte: Hören Sie doch auf zu Rauchen.

Unbeeindruckt setzte ich mich auf und entschied bewusst, sie zu überhören, denn niemand nimmt mir das weg. Während wir den nächsten Termin ausmachten, schrieb sie mir drei Adressen auf die Visitenkarte, bei denen es um’s Dampfen geht. Ich fragte nach, was ist das? Sie erklärte mir, dass ihr Lebenspartner geraucht hatte und jetzt nur noch dampft, es gehe ihm sehr gut und sie wäre sehr glücklich darüber. Ich fragte sie: Ist das nicht schädlich? Sie sagte: Das kann man nicht vergleichen. Probieren Sie es, es lohnt sich für Sie!

Zuhause angekommen, suchte ich diese drei Adressen auf und las fast alles über das Dampfen mit solchen Geräten. Ich konnte mir tatsächlich vorstellen, alle meine Rituale und Gedanken behalten zu dürfen. Niemand nimmt mir etwas weg und ich verliere nichts, wenn ich dies einfach mal versuche.

Gedacht, getan, ich kaufte mir so ein Gerät mit einer Reserve dazu und versuchte zu dampfen. Habe mich intensiv damit auseinander gesetzt und es beruhigte mich.

Seit diesem Tag, nach dem Besuch bei dieser Ärztin, habe ich nie mehr eine Zigarette in die Hand genommen.

Ich bin gerettet und bin jetzt Nicht-Raucherin. Nach diesen acht Monaten Zigaretten-Abstinenz ist mein Husten vollkommen verschwunden! Beim großen Lungentest habe ich sehr gut abgeschnitten. Mein Herz/Kreislauf wurde untersucht, alles bestens.

Inzwischen habe ich ein paar schöne Geräte und bin mit dem Nikotin-Level bereits massiv herunter, da mir niemand etwas weggenommen hat und ich selber entscheiden durfte, was ich hergebe.

Es geht mir gesundheitlich sehr gut. Für mich ist das Dampfen eine wunderbare Lösung. Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass der Gesetzgeber, das elektrische Dampfen einschränkt und oder in irgendeiner Weise versucht so zu limitieren, dass es nicht mehr schmeckt, so weiß ich nicht, wie ich mich verhalte. Ich habe keine Lösung.

Meine Kreativität, meine Rituale, meine Kommunikation mit Freunden, mit etwas in der Hand, was mir schmeckt, mich wohlfühlen lässt, gebe ich nicht her … deshalb befürchte ich, dass ich wieder – ich wag es gar nicht auszusprechen – mal eine Zigarette probieren würde. Lieber nicht!

Erika Z., Schweiz