Meine Geschichte (153)

Ich bin nun 57 Jahre alt und habe 42 Jahre lang geraucht. Auf meine Raucherkarriere und die Versuche, davon loszukommen, will ich gar nicht näher eingehen. Das kennt jeder Raucher.

Nur fand ich es beschämend, als Akademiker und rational denkender Mensch nicht in der Lage zu sein, die Sucht zu besiegen. Die Kollegen, Freunde, Bekannte, die es geschafft hatten, habe ich immer bewundert und mich selber dabei ziemlich lausig gefühlt.

In den letzten Jahren wurden die Auswirkungen des jahrzehntelangen Tabakkonsums immer deutlicher spürbar. Da habe ich mir nichts vorgemacht und mir nichts selber schöngeredet. Zuletzt lief es deutlich auf ein beginnendes COPD hinaus. Abends konnte ich nicht mehr einschlafen, weil die Bronchien laut rasselten und die Luft selbst beim ruhigen liegen knapp wurde. Früher als Rettungsschwimmer konnte ich für 2:30 Minuten die Luft anhalten und tauchen. Daraus waren nun 20 Sekunden geworden. Mit unterschiedlicher Verteilung gab es immer wieder Schmerzen im Brustraum. Eigentlich hatte ich abgeschlossen und war mir klar, dass ich die nächsten 10 Jahre wohl nicht mehr überleben würde. Trotzdem konnte ich nicht aufhören zu rauchen … Das ist sehr deprimierend. Nur eine „Leistung“ haben meine Frau und ich vollbracht: Seit 13 Jahren rauchen wir nur noch draußen, nicht mehr im Haus, egal bei welchen Wetterbedingungen.

Vor einem guten Jahr hatte ich schon einmal in einem Supermarkt eine E-Zigarette mitgenommen – Vype, von BAT, glaube ich. Die Intention war nicht, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern es bei einem anstehenden Krankenhausaufenthalt etwas leichter zu haben. Befriedigend war das leistungsschwache Ding mit den Tankpatronen nicht. Deshalb war es gleich in einer Schublade verschwunden, als ich wieder zuhause war. Das Thema hatte sich erledigt.

Was mich genau getrieben hat, als ich vor 2 Monaten einen Tabakladen mit E-Zigarettenangebot betreten habe, weiß ich nicht. Dort habe ich um Beratung gebeten und bin mit einem IStick Piko Mega und einem Melo 3 wieder herausgekommen. Im Nachhinein war die Beratung schlecht. Man hatte mich nicht nach meinen Rauchgewohnheiten gefragt und mir nicht die Eigenschaften verschiedener Geräte erklärt. Dieses Set von Eleaf passte nur etwa in meine Preisvorstellungen.

Mit dem „Subohm-Dampfer“ war ich nicht richtig zufrieden. Es war mir zu viel Dampf und 12 mg Nikotin passen auch nicht dazu. Außerdem war der Melo nicht wirklich dicht zu bekommen – Ich durfte ihn nicht auf die Seite legen. Die mitgelieferten Ersatzdichtungen brachten keine Abhilfe. Wahrscheinlich war die Kopfplatte nicht richtig plan.

Aber ich war inzwischen „angefixt“ vom Dampfen. Ganz unbewusst habe ich nur noch morgens und abends eine Pyro geraucht. Meine Reklamation wegen des undichten Melos wollte der Händler nicht annehmen. Ich hatte keine Lust auf eine Auseinandersetzung, habe nur eine sachliche Schilderung auf seiner Homepage hinterlassen… Ein paar Straßen weiter hatte ich einen „richtigen“ Dampfershop gefunden und bin dann dort hingegangen. Nach eingehender „Anamnese“ hat der Inhaber mir einen neuen Melo 2 mit einem normalohmigen Coil und einem engeren Driptip ausgestattet, die Airflow fast geschlossen und 13 Watt eingestellt: „probier jetzt mal“ … Das passte.

Inzwischen ist noch eine EVOD von Kanger für unterwegs und ein Nautilus dazu gekommen. Nun dampfe ich seit 8 Wochen. Die letzten 2 Zigaretten pro Tag sind nach kurzer Zeit ganz von allein weggeblieben. Nach 3 Wochen machten sich erste Verbesserungen hinsichtlich der Gesundheit bemerkbar. Die Stiche im Brustraum und die Atemnot sind verschwunden. Es gibt kaum noch Husten. Vor ein paar Tagen habe ich es probiert -> ich kann schon wieder deutlich über 1 Minute die Luft anhalten und die Treppen werden kürzer und flacher…. und das alles nach 8 Wochen … irre. Die Lebensfreude und der Optimismus kommen wieder.

Es verschwinden sogar Beschwerden, die ich aufs Alter geschoben und nicht mit dem Tabak in Verbindung gebracht hatte.

Inzwischen habe ich viel gelesen zu diesem Thema. Der Irrsinn der Politik mit der TPD2 dürfte nicht nur von der Lobbyarbeit der Pharma- und Tabakindustrie herrühren. Es heißt, dass Raucher 7 – 10 Jahre früher sterben, als Nichtraucher. Stellen wir uns einmal vor, dass 20 Mio Raucher in Deutschland die normale statistische Lebenserwartung erreichen und sich nicht mit 65 Jahren von der Versorgung abmelden…. Dann wäre man gezwungen, die Rentenversicherung neu aufzustellen.

Noch mehr als die Politiker ärgern mich die Journalisten: Fast die gesamten Medien plärren ungeprüft die kolportierten Unwahrheiten nach und sorgen damit erst für eine verzerrte Meinungsbildung. Damit entfällt eine wichtige Säule unserer Demokratie bei diesem Thema!

Also können wir nur auf uns selber bauen und müssen aktiv bleiben. Meine beiden Schwestern und 3 Kollegen habe ich schon zum Dampfen gebracht. Nur bei meiner Frau ist es mir leider noch nicht gelungen – aber ich arbeite daran.